Schon während meiner Schwangerschaft verbrachte ich durch die Vorsorgeuntersuchungen und verschiedene Kurse viel Zeit im Geburtshaus und es wurde immer mehr zu einem Ort der Geborgenheit und des Vertrauens. Ich lernte Bea und Inka gut kennen und freute mich immer mehr auf mein Geburtserlebnis mit ihnen in diesen gemütlichen Räumen. Meine Geburt begann morgens mit einem Blasensprung und wir fuhren zur Untersuchung ins Geburtshaus. Da Bea mich gut kannte und wusste, dass mein Sohn schon sehr gut im Becken lag, konnten wir wieder nach Hause fahren, es uns gemütlich machen, uns in Ruhe einstimmen und noch einen Spaziergang bei bestem Oktoberwetter und strahlendem Sonnenschein machen. Die Wehen setzten erst abends gegen halb 7 ein und verstärkten sich recht schnell und stetig. Um halb 10 kamen wir im Geburtshaus an und trotz mittlerweile sehr starken Wehenschmerzen überkam mich beim Hereinkommen ein heimeliges und schönes Gefühl. Bea hatte schon Kerzen im Geburtsraum angezündet, es gemütlich gemacht und stand Kürbissuppe kochend in der Küche. Dann ging alles sehr schnell und schon um 23:59 Uhr war Jonte mit einer 3-zu-1-Betreuung durch Bea, Kathrin (die zu der Zeit hospitierte) und Inka geboren. 2,5 Stunden später waren wir Zuhause und genossen unsere erste gemeinsame Zeit zu dritt in unseren eigenen vier Wänden.

Obwohl ich sehr entspannt in die Geburt hineingegangen war und sie sehr schnell und reibungslos ablief, empfand ich sie doch als sehr gewaltig und verletzend. Denke ich aber heute an die Geburt zurück, dann denke ich nicht an Geburtsschmerz. Dann denke ich an Kürbissuppe und Kerzenschein und frage mich oft, welches Gefühl mir nach einer Klinikgeburt geblieben wäre.

Noch jetzt, 5 Monate später, gehe ich im Geburtshaus ein und aus und finde es schön, auch im Nachhinein noch von den Hebammen durch verschiedenste Angebote begleitet zu werden und mich immer noch in den Räumlichkeiten aufhalten zu dürfen, in denen wir so viele intensive Erfahrungen gemacht haben. Auch das Geburtsnachgespräch mit Bea und Inka empfand ich als wunderbares und ganz besonderes Angebot und machte für mich die ganze Schwangerschaft und Geburt rund. Wir danken euch für diese intensive Zeit, in der wir uns stetig aufgefangen und geborgen gefühlt haben, für euer Stärken der eigenen Kräfte und das Glauben an die Intuition!

 

Hannah, Jan und Jonte